















Celadon-Gefäß (Ho): Reliefgeschnitztes Kranichpaar-Motiv
„Wo Stille atmet und der Flug aus der Ruhe beginnt.“
Minimalistisch und monumental zugleich lädt diese rundbauchige Seladon-Vase den Blick ein, zur Ruhe zu kommen. Ihre Oberfläche, gehüllt in eine ätherische blaugrüne Glasur mit zarter Craquelé, wirkt weniger wie Keramik als vielmehr wie in Form gehaltener Mondschein. Sie ist sowohl Gefäß als auch Leere – eine Hommage an das, was durch das Ungesagte gesagt wird.
Die Form selbst widersetzt sich Konventionen. Es gibt keinen definierten Hals oder Ausguss – nur eine sanfte Öffnung, die leicht in die kugelförmige Masse eingelassen ist. Diese strukturelle Entscheidung, die täuschend einfach erscheint, barg ein technisches Risiko während des Brennens. Ohne die Verstärkung eines Halses ist der Körper anfälliger für einen Kollaps im Ofen. Der Meisterhandwerker Kim Yong-Seob aus Icheon – eine renommierte Persönlichkeit in der koreanischen Keramik – nahm diese Herausforderung entschlossen an und betrachtete das Scheitern als Teil des Gestaltungsprozesses. Was dabei herauskam, ist nicht nur eine Vase, sondern ein stiller Triumph des Gleichgewichts über die Zerbrechlichkeit.
Die Oberfläche schmücken zwei weiße Kraniche, zart in erhabenem Relief dargestellt. Sie sind weder gedrängt noch zentral platziert; sie schweben in einem Meer aus Seladon-Glasur, ihre Flügel im Flug ausgebreitet. Die Paarung ist beabsichtigt – ein Symbol für Harmonie und Kameradschaft, für Dualität in Bewegung. Die umgebende Fläche ist unmarkiert, was die Präsenz dieser beiden Figuren verstärkt und die Philosophie des negativen Raums ehrt.
Die Craquelé-Glasur, bekannt als Bingyeol, verleiht der stillen Form eine subtile Bewegung – fein wie Adern unter durchscheinender Jade. Die Abwesenheit offensichtlicher Dekoration wird zu ihrer größten Stärke. Hier wird Zurückhaltung zur Resonanz.
Abmessungen
- Höhe – 25 cm (9,84 Zoll)
- Durchmesser – 22,5 cm (8,86 Zoll)
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